Remote Workshop

Neulich wurde ich eingeladen, in Hamburg eine Einführung in das Design Thinking Framework zu moderieren. Etwa 20 bis 30 Teilnehmer in einem großen Besprechungsraum waren angekündigt. Das versprach ein großer Spaß zu werden! Ich wollte mit den Teilnehmern eine Wallet Experience machen. Sie sollten also unter meiner Anleitung ein perfekt auf die Bedürfnisse eines „Kunden“ abgestimmtes Portemonnaie basteln.

Ein paar Tage, bevor es los ging, meldeten sich die Auftraggeber mit einer spannenden Anfrage:

„Du Thomas, wir haben da auch noch ein paar Kollegen in Heidelberg. Die wären auch so gerne dabei. Meinst Du das geht?“

Das klang ein bisschen verrückt und ich hatte das noch nie gemacht. Also sagte ich sofort zu!

Die Wallet Experience

Bei einer Wallet Experience durchlaufen die Teilnehmer einen kompletten Design Thinking Prozess komplett mit Kundenbefragung, der Entwicklung mehrerer Entwürfe für Prototypen, Kundentests und der Fertigung eines Prototypen zum Anfassen. Das Ganze in nur ungefähr einer Stunde!

Dabei tun sich die Teilnehmer immer zu zweit zusammen. Jeder ist gleichzeitig Entwickler des perfekten Portemonnaies für seinen Partner und Kunde des Partners, der wiederum einen Prototypen für ihn entwickeln soll.

Zunächst finden die Entwickler durch Interviews heraus, welche Bedürfnisse der Kunde hat. Dabei ist es sehr schwierig, nicht zu früh in Lösungen zu denken! Erst danach werden in mehreren kurzen Iterationen Entwürfe erstellt und mit dem Kunden verprobt. Der gesamte Prozess wird durch enge Timeboxes getaktet. Das fühlt sich für die Teilnehmer häufig befremdlich an, weil sie sich nicht vorstellen können, in so kurzer Zeit gute Ergebnisse zu produzieren. Tatsächlich hilft die enge Taktung aber, sich zu fokussieren und sorgt dafür, dass in der knappen Zeit alle zum Ziel kommen.

Zum Abschluss wird aus Papier, Alufolie, Pfeifenreinigern, Pappe, Folie und allem was der Bastelschrank sonst noch so hergibt das jeweils perfekte Portemonnaie für den Kunden gebastelt! Das ist immer wieder ein großer Spaß und sorgt jedesmal für tolle Ergebnisse!

Der Workshop

Vielen Dank an Mirko Boll, der alle Fotos für diesen Artikel fotografierte!

Das Feedback

Aus dem Feedback zum Workshop, das ich von den aus der Ferne zugeschalteten Teilnehmern bekommen habe, leite ich ein paar Tipps ab, die ich hier gerne teilen möchte. Falls Du auch einmal in der Situation bist, einen Workshop in solch einem Setup machen zu wollen oder müssen.

Inhalt

  • Auch aus der Ferne konnten die Teilnehmer gut folgen, haben den Workshop als wertvoll empfunden und hatten viel Spaß!
    Grundsätzlich funktioniert so etwas also.
  • Ich hatte meine Präsentation vorab geteilt, so dass vor Ort eine Co-Moderatorin (die das Thema allerdings vorher nicht kannte, also inhaltlich nicht unterstützen konnte) diese per Beamer teilen konnte, weil der Stream im Video zu klein gewesen wäre.

Technik

  • Teste ein paar Tage vor der Veranstaltung exakt das technische Setup, dass später genutzt werden soll. So stellst Du sicher, dass die Software funktioniert, die Bildqualität stimmt und der Ton klar und laut genug ist.
  • Im Idealfall ist an allen beteiligten Standorten je eine Person vor Ort, die sich mit der Technik auskennt. Das sollte nicht der Moderator sein, damit der sich auf den Inhalt konzentrieren und bei unerwarteten Problemen ungestört improvisieren kann, ohne auch noch zusätzlich das technische Problem lösen zu müssen.
  • Baue die Verbindung zu allen Standorten spätestens. 30 Minuten vor der Veranstaltung auf und unterbreche sie dann auch nicht wieder. So bleibt noch Zeit falls doch etwas nicht gleich klappt.
  • Sorge dafür, dass Du als Moderator über ein Headset mit den Remote Standorten sprechen kannst.
  • Als Notfallverbindung sollte neben dem Ton über die Videokonferenz auch überall je eine Telefonnummer bekannt sein, die über eine Telefonspinne oder einen Bluetooth Speaker den Ton übertragen kann, falls der Ton der Konferenzanlage ausfällt oder nicht gut genug ist.
  • Wenn Du unerwartet die Technik wechseln musst (zum Beispiel von Microsoft Teams zu Skype), sorge dafür, dass die Termineinladung aktualisiert wird, auch wenn der Termin schon läuft. Eventuell möchte sich jemand noch in den Termin einwählen und erfährt sonst nichts von dieser Änderung.

Tipp

Hast Du auch Lust mit Deinem Team Design Thinking zu erleben? Dann melde Dich gerne bei mir

Ich bin sicher, dass ihr viel Spaß haben werdet. Und selbst wenn ihr im Anschluss in eurem Alltag kein reines Design Thinking einsetzen möchtet, werdet ihr viele Ideen und Konzepte mitnehmen, die euch bei euren Projekten helfen werden.


Im nächsten Beitrag wird es um Multitasking gehen und darum, was es anrichtet! 

Wenn Dir mein Blog gefällt, teile den Artikel gerne mit Deinen Kontakten! Hast Du eine Frage, Anregung oder Ergänzung, dann nutze die Kommentarfunktion hier im Blog.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.